UTM-Parameter: der vollständige Leitfaden
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Auf dieser Seite
- Was UTM-Parameter tatsächlich sind
- Die fünf Standard-Parameter
- Wo die Werte tatsächlich landen
- utm_id und die nicht standardisierten Parameter
- Namenskonventionen, die ein Team überleben
- Groß- und Kleinschreibung
- Kontrollierte Wortlisten
- Trennzeichen und Zeichenvorrat
- Die Fehler, die die Attribution zerstören
- UTM-Parameter an internen Links
- Denselben Kanal in zwei Parametern wiederholen
- Parameter in Weiterleitungen verlieren
- Die falsche Ebene taggen
- Transaktions-E-Mails taggen
- Vorlagen nach Kanal
- Wie Kurzlinks den Parameter-Wildwuchs bändigen
- Den Query-String verstecken
- Parameter anhängen, ohne zu überschreiben
- Messen, bevor der Klick ankommt
- Prüfen, was Sie bereits haben
- Die Grundlagen richtig machen
Jeder Analytics-Bericht, in dem eine bezahlte Kampagne im Topf „Direct / (none)“ sitzt, ist ein Tagging-Fehler — und dieser Fehler ist fast immer Wochen früher passiert, in einem Link, den jemand von Hand gebaut hat. UTM-Parameter sind der älteste und portabelste Weg, einem Analytics-System zu sagen, woher ein Besucher kam, und zugleich eine der Aufgaben im Marketing, die am leichtesten uneinheitlich erledigt wird. Dieser Leitfaden erklärt, was die fünf Standard-Parameter bedeuten, wann die selteneren ihren Platz verdienen, wie man Werte so benennt, dass ein Team aus sechs Leuten einen sauberen Datensatz erzeugt statt sechs schmutziger, welche Fehler die Attribution stillschweigend zerstören und wie Kurzlinks das praktische Problem lösen, dass eine sauber getaggte URL viel zu lang zum Verteilen ist.
Was UTM-Parameter tatsächlich sind
Ein UTM-Parameter ist nicht mehr als ein Schlüssel-Wert-Paar, das an den Query-String einer Ziel-URL angehängt wird. Die Abkürzung stammt vom Urchin Tracking Module, benannt nach Urchin Software — dem Analytics-Unternehmen, das Google 2005 kaufte und zu Google Analytics umbaute. Die Konvention hat ihren Ursprung überlebt: Praktisch jede Analytics-Plattform liest dieselben Parameternamen, vom Google-Stack über Adobe, Matomo und Plausible bis zu Amplitude und Mixpanel. Diese Allgemeingültigkeit ist der ganze Wert — ein getaggter Link verhält sich auf einer Seite, die Ihnen gehört, genauso wie auf der eines Kunden.
Der Mechanismus ist bewusst simpel. Jemand klickt einen getaggten Link, der Browser fordert das Ziel samt unversehrtem Query-String an, und das Analytics-Skript liest die Parameter beim Laden der Seite. Die Werte hängen sich an die Sitzung und, je nach Attributionsmodell, an jede Conversion, die darauf folgt. Geprüft wird dabei nichts — ein UTM-Parameter ist eine selbst vergebene Bezeichnung, und genau deshalb zählt Disziplin bei der Benennung so viel.
Die fünf Standard-Parameter
| Parameter | Status | Die Frage, die er beantwortet | Beispielwerte |
| --- | --- | --- | --- |
| utm_source | Pflicht | Welches konkrete Angebot, welche Publikation oder welcher Anbieter hat diesen Besucher geschickt? | newsletter, linkedin, partner_acme, packaging_box |
| utm_medium | Pflicht | Um welche Art von Kanal handelte es sich? | email, sms, social, cpc, qr, affiliate |
| utm_campaign | Pflicht | Zu welcher Initiative oder Aktion gehört das? | spring_sale_2026, q3_webinar_series |
| utm_term | Optional | Welches bezahlte Keyword oder welche Zielgruppe hat die Platzierung ausgelöst? | link_shortener_api, retargeting_30d |
| utm_content | Optional | Welches Motiv, welche Platzierung oder Variante innerhalb der Kampagne? | hero_button, variant_b, back_panel |
Die Unterscheidung, die am häufigsten schiefgeht, ist Quelle gegen Medium. Die Quelle ist der konkrete Absender des Traffics; das Medium ist die Art von Absender, um die es sich handelt. LinkedIn ist eine Quelle, Social ist ein Medium; Ihr Dienstags-Newsletter ist eine Quelle, E-Mail ist sein Medium. Wenn Sie die beiden Werte tauschen können und der Satz immer noch plausibel klingt, ist einer von beiden falsch.
Term gegen Content wiegt weniger schwer, sollte aber einmal geklärt werden. Term gibt es für Keywords in der bezahlten Suche und wird von Werbeplattformen oft automatisch gefüllt; Content deckt alles ab, was eine Platzierung innerhalb derselben Kampagne von einer anderen unterscheidet. Im Zweifel nehmen Sie utm_content — die meisten Berichtsoberflächen zeigen es von Haus aus an.
Wo die Werte tatsächlich landen
Wer den Lebenszyklus versteht, vermeidet die meisten der folgenden Fehler. Die Parameter beschreiben eine Ankunft. Ein Analytics-Werkzeug sieht sie, schließt daraus, dass dieser Besuch von außen kam, und schreibt Quelle, Medium und Kampagne auf die Sitzung. Damit ist ihre Arbeit getan — sie bleiben nicht über mehrere Seiten hinweg bestehen, und kommt der Besucher morgen auf einem anderen Weg zurück, ersetzen neue Werte die alten nach den Attributionsregeln, die das Werkzeug anwendet.
Sie sind außerdem öffentlich. Sie stehen in der Adresszeile, werden mitkopiert, wenn jemand eine URL teilt, landen in Serverprotokollen und im Verlauf des Browsers und können indexiert werden. Packen Sie deshalb nie etwas Sensibles hinein: keine E-Mail-Adressen, keine Kundenkennungen, keine internen Umsatzzahlen, die in einem Kampagnennamen stecken.
utm_id und die nicht standardisierten Parameter
Über die fünf hinaus gibt es eine kleine Menge weiterer Parameter, die man kennen sollte.
utm_id trägt eine Kampagnenkennung statt eines lesbaren Namens. Sein Zweck ist das Zusammenführen: Wenn Sie Kostendaten aus einer Werbeplattform importieren, ist es der Schlüssel, der Ausgabenzeilen und Trafficzeilen verbindet. Lassen Sie es weg, wenn Sie keine Kostendaten importieren; tun Sie es doch, muss der Wert exakt der exportierten Kennung entsprechen.
Google Analytics 4 kennt zusätzlich utm_source_platform, utm_creative_format und utm_marketing_tactic. Sie beschreiben den Einkaufsmechanismus statt der Platzierung — welche Plattform die Impression eingekauft hat, welches Format das Motiv hatte, ob die Taktik Neukundensuche oder Remarketing war. Nützlich für große Paid-Programme, Rauschen für alle anderen.
Eigene Parameter sind ebenfalls legitim: Ein Wert partner_id oder placement, den Ihr eigenes Backend liest, ist völlig in Ordnung. Zwei Regeln. Stellen Sie ihnen kein utm_ voran, sonst kollidieren Sie irgendwann mit etwas, das der Anbieter später ergänzt. Und rechnen Sie damit, dass sie in der Standardauswertung unsichtbar bleiben, solange Sie das Werkzeug nicht ausdrücklich darauf einstellen, sie zu erfassen.
Namenskonventionen, die ein Team überleben
Tagging-Disziplin scheitert in der Menge, nicht am einzelnen Link. Eine Person ist eher zufällig konsistent. Sechs Personen produzieren facebook, Facebook, FB, fb-ads, facebook_ads und meta — sechs Zeilen, die eine hätten sein sollen, und die Leistung der Kampagne sechsfach zerteilt.
Groß- und Kleinschreibung
Entscheiden Sie sich für Kleinschreibung und erzwingen Sie sie. Der Grund ist kein ästhetischer: Analytics-Plattformen unterscheiden sich darin, ob sie die Schreibweise normalisieren, und sie unterscheiden sich dabei von Feld zu Feld. Auf einem Verhalten, das je nach Werkzeug anders ausfällt, lässt sich keine Regel bauen — nehmen Sie die Variable also heraus: immer klein, gesetzt vom Builder und nicht aus dem Gedächtnis.
Kontrollierte Wortlisten
utm_medium sollte eine geschlossene Liste sein, einmal entschieden und aufgeschrieben. Ein brauchbarer Standard ist email, sms, social, paid_social, cpc, display, affiliate, qr, referral, push und print. Erst eine geschlossene Liste macht die Gruppierung nach Kanälen sinnvoll.
utm_source lässt sich nicht vollständig schließen, weil ständig neue Publikationen und Partner dazukommen, sollte aber ein geführtes Verzeichnis sein statt eines freien Textfelds: Halten Sie die Liste dort, wo das Team sie sehen kann, und ergänzen Sie sie bewusst.
utm_campaign braucht ein Format statt einer Wortliste. Ein Muster wie subject_detail_yyyymm ergibt pricing_launch_202608 und sortiert sich vernünftig. Was immer Sie wählen: Wer den Bericht ein halbes Jahr später liest, sollte ohne Nachfrage erkennen können, worum es in der Kampagne ging.
Trennzeichen und Zeichenvorrat
Nutzen Sie innerhalb von Werten Unterstriche oder Bindestriche, niemals Leerzeichen. Ein Leerzeichen wird je nach Kodierung zu %20 oder +, und am Ende stehen spring+sale und spring%20sale als zwei getrennte Zeilen. Wählen Sie ein Trennzeichen und wenden Sie es überall an; für UTM-Werte ist der Unterstrich die verbreitetere Konvention.
Vermeiden Sie Satzzeichen jenseits des Trennzeichens. Kaufmännische Und-Zeichen, Fragezeichen, Rauten und Prozentzeichen innerhalb eines Werts beenden den Parameter entweder vorzeitig oder verlangen eine Kodierung, mit der die Werkzeuge unterschiedlich umgehen. Bleiben Sie bei Kleinbuchstaben, Ziffern und Ihrem einen Trennzeichen.
Die Fehler, die die Attribution zerstören
UTM-Parameter an internen Links
Das ist der schädlichste Fehler und zugleich der unauffälligste, weil nichts kaputt aussieht. Jemand taggt den Navigationslink zwischen Startseite und Preisseite, um Klicks zu zählen. Das Analytics-Werkzeug sieht Kampagnenparameter, schließt daraus auf einen neuen Besuch von außen, beendet die laufende Sitzung und startet eine, deren Quelle Ihre eigene Seite ist. Die bezahlte Kampagne, die den Besucher tatsächlich gebracht hat, verliert die Conversion, und Ihrer Startseite wird ein Umsatz gutgeschrieben, den sie nicht erzeugt hat.
Interne Navigation misst man mit Ereignissen oder Klick-Tracking, nicht mit Kampagnenparametern — genau dafür gibt es die Ereigniserfassung.
Denselben Kanal in zwei Parametern wiederholen
Quelle und Medium beide auf facebook zu setzen, oder beide auf sms, verschenkt ein Feld: Der Bericht kann einzelne Quellen dann nicht mehr zu einem Kanal zusammenfassen, und genau dafür ist das Medium da. Die Quelle benennt das konkrete Angebot, das Medium die Kategorie — dieselbe Zeichenfolge sollten sie nie tragen.
Parameter in Weiterleitungen verlieren
Query-Strings überstehen Weiterleitungen nicht von allein — die Weiterleitung muss sie ausdrücklich mitgeben. Ein Ziel, das HTTP auf HTTPS umlenkt, einen abschließenden Schrägstrich ergänzt oder entfernt oder einen alten Pfad auf einen neuen legt, kann alles hinter dem Fragezeichen stillschweigend fallen lassen. Der Traffic kommt trotzdem an, und die Kampagne verschwindet trotzdem im Direktzugriff.
Zwei Gewohnheiten verhindern das. Prüfen Sie vor dem Start die ganze Kette, indem Sie die Adresszeile am Ende lesen und nicht die erste Antwort. Und richten Sie Links auf das kanonische Ziel statt auf eine URL, von der Sie wissen, dass sie weiterleitet. Gehört das Ziel nicht Ihnen, überzeugen Sie sich davon, dass seine Weiterleitung den Query-String erhält, bevor Sie Geld für Traffic darüber ausgeben.
Die falsche Ebene taggen
Sitzt ein Kurzlink vor einem Ziel, gehören die Parameter an das Ziel. Den Kurzlink zu taggen hängt sichtbaren Ballast an genau das, was Sie zur Übersichtlichkeit gekürzt haben, und schafft zwei Stellen, an denen der Kampagnenname auseinanderlaufen kann.
Transaktions-E-Mails taggen
Bestellbestätigungen, Passwort-Zurücksetzungen und Belege sind keine Kampagnen. Sie zu taggen füllt die Kampagnenberichte mit Bestandskunden bei Routinevorgängen und verzerrt danach jeden Vergleich zwischen Kanälen. Taggen Sie Marketing-Versände; Transaktionspost lassen Sie in Ruhe.
Vorlagen nach Kanal
Das sind funktionierende Ausgangspunkte. Setzen Sie Ihr eigenes Format für Kampagnennamen ein und behalten Sie die Medium-Werte aus Ihrer kontrollierten Liste bei.
E-Mail, wobei die Quelle den konkreten Versand oder die Liste benennt und Content die Platzierung innerhalb der Nachricht unterscheidet:
https://example.com/pricing?utm_source=weekly_digest&utm_medium=email&utm_campaign=pricing_launch_202608&utm_content=header_cta
SMS, wobei die Quelle das Zielgruppensegment benennt statt das Medium zu wiederholen. Beachten Sie: Diese getaggte URL ist das Ziel der Weiterleitung und steht nie im Nachrichtentext selbst — die Gründe stehen in unserem Leitfaden zum Senken der SMS-Kosten mit Kurzlinks:
https://example.com/sale?utm_source=vip_list&utm_medium=sms&utm_campaign=flash_sale_202608&utm_content=segment_a
Organisches Social, wobei Content das Motiv kennzeichnet, damit Sie Formate vergleichen können:
https://example.com/blog/deep-links?utm_source=linkedin&utm_medium=social&utm_campaign=q3_thought_leadership&utm_content=carousel_v2
Paid Social, durch das Medium vom organischen getrennt, wobei Term die Zielgruppe trägt:
https://example.com/white-label?utm_source=linkedin&utm_medium=paid_social&utm_campaign=wl_prospecting_202608&utm_term=agency_owners&utm_content=video_15s
QR-Codes, wobei die Quelle die physische Fläche benennt und Content die genaue Platzierung darauf, damit Sie die Verpackungsrückseite vom Regalaufsteller unterscheiden können:
https://example.com/register?utm_source=packaging_box&utm_medium=qr&utm_campaign=summer_promo_2026&utm_content=back_panel
| Kanal | Typische Quelle | Medium | Was in Content gehört |
| --- | --- | --- | --- |
| Newsletter | Name des Versands oder der Liste | email | Position in der Nachricht: Kopf, Text, Fuß |
| SMS-Aussendung | Zielgruppensegment oder Liste | sms | Kennung des Segments oder der Variante |
| Organisches Social | Name der Plattform | social | Format des Motivs oder Variante des Beitrags |
| Paid Social | Name der Plattform | paid_social | Kennung des Werbemotivs |
| Bezahlte Suche | Name der Suchmaschine | cpc | Anzeigenvariante, Keyword in utm_term |
| Drucksachen | Die physische Fläche | qr oder print | Genaue Platzierung auf der Fläche |
| Platzierung bei Partnern | Name des Partners | affiliate oder referral | Platzierung auf der Seite des Partners |
Wie Kurzlinks den Parameter-Wildwuchs bändigen
Sehen Sie sich das Paid-Social-Beispiel oben an. Es hat 148 Zeichen, und das ist nichts Ungewöhnliches — fünf Parameter mit sprechenden Werten ergeben regelmäßig URLs zwischen 150 und 250 Zeichen. In einem E-Mail-Button geht das, weil die URL hinter dem Linktext verschwindet; fast überall sonst ist es unmöglich. In eine SMS passt sie nicht, ohne zusätzliche abgerechnete Segmente zu verbrauchen, unter einen QR-Code lässt sie sich nicht drucken, vorlesen kann man sie nicht, und in einen Social-Beitrag eingefügt sieht sie aus wie etwas, das ein Spamfilter abfangen sollte.
Den Query-String verstecken
Ein Kurzlink trennt das, was Menschen sehen, von dem, was das Analytics-Werkzeug bekommt. Sie bauen die getaggte Ziel-URL, kürzen sie und verteilen go.yourbrand.com/summer. Der Klick trifft den Redirector, der mit der vollständigen getaggten URL antwortet, und der Browser folgt ihr zu einer Zielseite, die jeden Parameter unversehrt erhält. Der Empfänger sieht einen sauberen gebrandeten Link; Ihre Auswertung sieht vollständiges Tagging.
Parameter anhängen, ohne zu überschreiben
Die feinere Fähigkeit ist das Zusammenführen. Klicks erreichen einen Kurzlink oft mit eigenen Query-Parametern — ein Partner hat eine Empfehlungskennung angehängt, eine Plattform eine Klick-ID ergänzt, eine Vorlage einen Segmentwert durchgereicht. Ein naiver Redirector ignoriert diese entweder oder überfährt damit die Parameter des Ziels.
Richtig ist ein definiertes Zusammenführen: den Query-String des Ziels lesen, den ankommenden lesen, beide nach einer ausdrücklichen Vorrangregel verbinden und das Ergebnis ausgeben. Werte, die bewusst am Ziel gesetzt sind, gewinnen gegen Werte, die beim Klick eintreffen — nichts, was Sie konfiguriert haben, kann also von einem ankommenden Parameter überschrieben werden, mit dem Sie nicht gerechnet haben, und alles, was nicht kollidiert, wird durchgereicht statt verworfen.
Dieselbe Mechanik trägt UTM-Standardwerte auf der Ebene des Workspace. Soll jeder Link, den Sie für einen Kunden bauen, utm_source=partner_acme tragen, setzen Sie das am Redirector, statt es in jede URL zu tippen — damit fällt die größte einzelne Ursache für Uneinheitlichkeit weg: Menschen, die dieselbe Zeichenfolge hundertmal neu eintippen.
Messen, bevor der Klick ankommt
Ein weiterer Vorteil wird leicht übersehen. Laufen Links durch einen Redirector, den Sie kontrollieren, werden Kampagnenparameter zu Daten auf der Klick-Seite statt auf der Sitzungs-Seite. Der Redirector hält für jeden Klick Zeitstempel, ungefähren Ort, Gerät, Betriebssystem und Referrer fest, zusammen mit den UTM-Werten dieses Links. Kampagnen lassen sich so im Analytics-Dashboard vergleichen, selbst wo Sie die Zielseite nicht kontrollieren oder kein Skript einbauen können — die Seite eines Kunden, ein Eintrag in einem App Store, die Landingpage eines Partners. Unser Leitfaden zum Erfassen von Linkklicks zeigt, wo Zahlen der Klick-Seite und der Sitzungs-Seite berechtigterweise auseinandergehen.
Prüfen, was Sie bereits haben
Beginnen Sie bei den Berichten, nicht bei den Links. Öffnen Sie Ihren Kanalbericht und suchen Sie die Symptome: fast gleiche Werte in der Quelle, eine Medium-Spalte voller Plattformnamen, Kampagnennamen in drei Formaten und ein unerwartet großer Topf Direktzugriff in einem Zeitraum, in dem Sie Geld ausgegeben haben. Jedes davon zeigt auf einen bestimmten Fehler weiter oben in der Kette.
Reparieren Sie dann den Schritt, in dem die Links entstehen, denn Link für Link zu prüfen ist ein Laufband. Ein Builder mit gespeicherten Vorlagen nimmt dem Abdriften die Gelegenheit — das Medium kommt aus einer Auswahlliste, die Schreibweise wird automatisch normalisiert, das Kampagnenformat wird erzwungen statt erinnert. Unser kostenloser UTM-Builder erledigt das im Browser und führt eine Historie, damit die nächste Person, die einen LinkedIn-Beitrag taggt, dieselben Werte nutzt wie die vorige.
Bei Links, die schon draußen sind, prüfen Sie die Weiterleitungskette, bevor Sie das Tagging verdächtigen. Fügen Sie den Link in einen Link-Checker ein und lesen Sie jeden Sprung. Sind die Parameter am Anfang da und am Ende weg, liegt das Problem bei einer Weiterleitung, und kein noch so sorgfältiges Neubauen der URLs behebt es.
Die Grundlagen richtig machen
UTM-Tagging belohnt langweilige Beständigkeit mehr als Cleverness. Drei Pflichtparameter an jedem externen Link, eine geschlossene Liste von Medien, überall Kleinschreibung, ein Kampagnenformat, aufgeschrieben dort, wo das Team es sieht, nichts Sensibles in den Werten. Nehmen Sie utm_content dazu, wenn Sie eine echte Frage zur Platzierung haben, und utm_id, wenn Sie Kostendaten importieren. Interne Links lassen Sie in Ruhe.
Verstecken Sie das Ergebnis dann hinter einem Kurzlink auf Ihrer eigenen Domain, damit die Disziplin, die Ihre Berichte sauber hält, keine URL mit 200 Zeichen in eine SMS oder auf eine gedruckte Seite zwingt. Bauen Sie eine getaggte URL im UTM-Builder, kürzen Sie sie mit dem URL-Shortener und vergleichen Sie den ersten Bericht mit dem, was Sie erwartet haben — dieser eine Vergleich lehrt Sie mehr über Ihr Tagging als eine weitere Woche Dokumentation.
Häufig gestellte Fragen
Welche UTM-Parameter sind wirklich Pflicht?
Drei: utm_source, utm_medium und utm_campaign. Die meisten Analytics-Werkzeuge akzeptieren eine URL auch mit nur einem davon, aber die entstehenden Zeilen sind unbrauchbar — eine Quelle ohne Medium lässt sich keinem Kanal zuordnen, und ein Medium ohne Kampagne lässt sich keinen Ausgaben zuordnen. Behandeln Sie diese drei auf jedem externen Link als Pflicht und ergänzen Sie utm_content und utm_term nur dann, wenn Sie eine konkrete Frage haben, die sie beantworten.
Sollten UTM-Parameter kleingeschrieben sein?
Ja, und Sie sollten das maschinell erzwingen statt per Absprache. Manche Analytics-Plattformen normalisieren Kampagnenwerte, manche vergleichen sie unter Beachtung der Groß- und Kleinschreibung, und manche machen das eine für die Quelle und das andere für das Medium. Wenn Sie sich auf die Normalisierung durch das Werkzeug nicht verlassen können, ist Kleinschreibung überall die einzig sichere Regel — angewendet von dem Builder oder der Vorlage, mit der Ihr Team arbeitet, damit es sich niemand merken muss.
Schaden UTM-Parameter dem SEO oder erzeugen sie doppelte Inhalte?
Nicht, wenn Ihre Seite damit richtig umgeht — und das sollten Sie nachprüfen. Query-Parameter erzeugen jeweils eigene URLs, eine Seite, die über Dutzende Tagging-Varianten erreichbar ist, kann also Dutzende Male gecrawlt werden. Das Mittel dagegen ist ein selbstbezüglicher Canonical-Tag auf der Zielseite, der auf die saubere URL ohne Parameter zeigt. Ist er gesetzt, laufen alle getaggten URLs auf dem Canonical zusammen und es gibt kein Problem mit doppelten Inhalten.
Warum tauchen meine Kampagnen als Direktzugriff auf?
Meist eine von vier Ursachen: Eine Weiterleitung irgendwo in der Kette hat den Query-String verworfen, der Link wurde ohne Tags in einen Kanal eingefügt, den Sie nicht kontrollieren, das Ziel hat per Weiterleitung von HTTP auf HTTPS oder wegen eines abschließenden Schrägstrichs die Parameter verloren, oder der Klick landete in einem In-App-Browser, der eine frische Sitzung eröffnet hat. Die Weiterleitungskette ist die häufigste Ursache und zugleich die am leichtesten zu prüfende — folgen Sie dem Link bis zum Ende und lesen Sie die Adresszeile am Ziel.
Darf ich UTM-Parameter an interne Links hängen?
Besser nicht. Analytics-Werkzeuge lesen Kampagnenparameter als Signal, dass eine neue Sitzung von außen eingetroffen ist — einen internen Button zu taggen kann die Sitzung also neu starten und die echte Herkunft des Besuchs durch Ihre eigene Startseite ersetzen. Messen Sie interne Navigation stattdessen mit Ereignissen oder Klick-Tracking, genau dafür sind diese Systeme gebaut.
Wie greifen Kurzlinks und UTM-Parameter ineinander?
Der Kurzlink ist das, was Menschen sehen; die getaggte URL ist das, worauf sie landen. Sie taggen das Ziel, kürzen es und verteilen die kurze Fassung — der Empfänger sieht also nie hundert Zeichen Query-String. Ein guter Redirector führt Parameter außerdem beim Klick zusammen: Werte, die schon am Ziel stehen, bleiben erhalten, und was der Redirector ergänzen soll, wird nur dort angehängt, wo es keinen vorhandenen Schlüssel überschreibt.